Historie des BGV
Die Förderung und Ausbildung des Gesanges zur Aufrechterhaltung des deutschen Volksliedes sowie die Pflege der Geselligkeit untereinander hat sich der Bürgergesangverein 1862 zur Aufgabe gestellt.
Er wurde im Jahre 1862 durch Lehrer Christof Füller und Drechslermeister Heinrich Rex gegründet.
Der Name Bürger-Gesang-Verein entstand dadurch, dass der einfache Naumburger Bürger nicht die Möglichkeit hatte, in einem bereits im Jahre 1843 gegründeten Chor der Casino-Gesellschaft, der sich Liedertafel nannte und sich ausschließlich aus Beamten, Ärzten, Gutsbesitzern usw. zusammensetzte, Mitglied zu werden.

Dies war auch der eigentliche Grund zur Bildung des Bürger-Gesang-Vereins, der sich an die gesamte Bürgerschaft wandte und jeden Standes- und Konfessionsunterschied ablehnte.
Als Aufnahmebedingungen wurden lediglich genannt:
Vollendung des 18. Lebensjahres, keine Vorstrafen, guter Ruf.
Vorsitzender und Dirigent des Vereins war bis zu seinem Tode Lehrer Füller. Nachfolger wurden Lehrer Josef Ramb und Lehrer Julius Kramer, die beide den Verein in seine erste Blütezeit hineinführten. Bis um die Jahrhundertwende blieb der Verein bei seinen Gründungssatzungen, und die Mitglieder setzten sich, wie schon erwähnt, aus allen Berufen und Gläubigen der drei einheimischen Religionen zusammen.

Aus heute nicht mehr feststellbaren Gründen gehörten eines Tages nur noch Katholiken dem Verein an. Deshalb bildete man sich zum Katholischen Bürgerverein Cäcilia um.
Im Jahre 1922 bildete sich ein zweiter Gesangverein, der evangelische Gesangverein „Frohsinn", hervorgegangen aus dem evangelischen gemischten Kirchenchor unter Lehrer Neubert.
1. Vorsitzender wurde Max Hörn. 1. Dirigent Kaufmann Kurt Leiberg.
Nun bestanden zwei konfessionelle Männergesangvereine, die sich gegenseitig um ein gutes freundschaftliches Verhältnis bemühten.

Es kam das Jahr 1933. Das Hitlerreich brachte auch für die so ganz unpolitischen Gesangvereine neue umwälzende Bestimmungen. Der BGV Cäcilia schloss sich dem Deutschen Sängerbund an, ehe von Parteiseite etwas gegen die Naumburger Gesangvereine unternommen werden konnte.
Mit Ausbruch des Krieges trat eine Pause in dem Vereinsbetrieb ein.
Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft sorgte der Dirigent Franz Kramer nach Rücksprache mit dem damaligen Vorsitzenden Anton Keller für eine Wiederaufnahme des Sangesbetriebes.
Ein Teil der Sänger war gefallen oder noch in Gefangenschaft. Es wurde der Beschluss gefasst, dass die durch Zwang zusammengeführten Vereine als ein Verein weiter bestehen bleiben sollten, denn das deutsche Lied hatte sie in echter Sangesbrüderschaft vereint. Bestimmungsgemäß durfte in Naumburg nur noch ein Gesangverein wirken, und so kam es dann zur Vereinigung mit dem Gesangverein „Frohsinn"

Der Verein nannte sich „Bürger-Gesang-Verein 1862", war nicht mehr konfessionell gebunden und kehrte somit zu den Satzungen der Gründungszeit zurück. Die staatlichen Eingriffe verschiedener Art veranlassten viele Mitglieder zum Austritt, obwohl der nun doch verstärkte Chor unter der musikalischen Leitung von Franz Kramer gesanglich durchaus auf der Höhe war.

